Alle Texte, die hier im Bereich EUROPA-IDEEN veröffentlicht werden, stehen weltweit zum kostenlosen Nachdrucken oder Vervielfältigen, auf Papier oder im Internet zur freien Verfügung (ganz oder teilweise). Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Salzburger Paneuropaforums freuen sich über die Verbreitung ihrer Gedanken. Deswegen nennen wir uns auch Thinktank Paneuropaforum Salzburg.
Paneuropa-Ideen, Paneuropaforum-Partner, Paneuropa-Vordenker
Wir danken den Kooperationspartnern des Salzburger Paneuropaforums | Thinktank Paneuropaforum Salzburg: den unsere Zusammenarbeit begrüßenden Hochschulverbindungen sowie dem Wirtschaftsbund Salzburg, der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft (ÖAG), dem Ukrainischen Zentrum Salzburg (UZS) und der Kulturvereinigung "Weinritterorden", die im 14. Jahrhundert entstand: Der ORDO EQUESTRIS VINI EUROPAE hat sich zum Ziel gesetzt, das gemeinsame kulturelle Erbe Europas in seiner Vielfalt zu pflegen und für kommende Generationen zu erhalten. Ebenfalls ins 14. Jahrhundert reichen die Wurzeln der Paneuropa-Idee zurück. Das älteste schriftliche Zeugnis stammt aus dem Jahr 1306. Der prophetische Paneuropa-Vordenker Pierre Dubois beriet damals die Könige von Frankreich und England. Er appellierte an sie und an alle Christen, die Kräfte unseres Erdteils zu bündeln und Europa zusammenzuschließen. Vorausblickend sah Pierre Dubois, dass die Angelsachsen Teil eines starken Europas sein müssen. Heute ist klar, dass er mit seiner Paneuropa-Vision richtig lag. Nach dem Ersten Weltkrieg waren es federführend der französische Ministerpräsident und Außenminister Aristide Briand sowie Persönlichkeiten aus zahlreichen Ländern, die mit dem Dreiklang "europäische Zollunion, europäisches Schiedsgericht und europäisches Defensivbündnis" die Paneuropa-Idee beflügelten. Interessanterweise hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch der amerikanische Präsident Harry S. Truman als Befürworter der Paneuropa-Idee gezeigt, weil er mit einem gestärkten Europa als Partner der USA die Freie Welt nachhaltig in die Lage versetzen wollte, der Moskauer Machtexpansion Einhalt zu gebieten. Zu den "Flaggschiffen" zählt seitdem die internationale Paneuropa-Union mit Hauptsitz in Straßburg/Strasbourg, die mit 39 Mitgliedsvereinen in 30 Staaten im Dienst der Paneuropa-Idee steht. Die Gründung des internationalen Dachverbandes Paneuropa-Union erfolgte in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Wien; erster Ehrenpräsident war der österreichische Bundeskanzler Prälat Ignaz Seipel. Man arbeitete mit dem herausragenden französischen Paneuropäer Aristide Briand eng zusammen, der seinerseits mit britischen und amerikanischen Spitzenpolitikern beste Kontakte pflegte (Briand-Kellogg-Pakt zur Ächtung aller Angriffskriege 1928 sowie der Entwurf einer "Europa-Verfassung", den Briand 1930 vor dem Völkerbund in Genf präsentierte). Nach 1945 erhob die Paneuropa-Union wieder ihre Stimme. Von 1973 bis 2004 war MEP Otto Habsburg-Lothringen Dachverbandspräsident; seine Tochter Walburga, die jahrelang als Abgeordnete dem Schwedischen Reichstag angehörte, setzt sich heute als Vizepräsidentin des Dachverbandes Paneuropa-Union für die von den Putinisten angegriffene demokratische Ukraine ein. Im Europäischen Parlament war es Otto Habsburg-Lothringen, der als erster Abgeordneter sagte, worum es der Moskauer Führung geht: "Putin strebt nach Resowjetisierung". Mehr denn je kommt es darauf an, dass die Europäische Union international mit der gesamten Freien Welt zusammenarbeitet. Dafür stehen wir - getragen von der Überzeugung, dem Glauben und der Hoffnung:
EWIG STRAHLT DAS LICHT DER FREIHEIT EUROPAS.
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UNGARN WÄHLTE AM 12.04.2026 EUROPA: Im Namen der deutschen Regierung und ihrer Partner schrieb Friedrich Merz, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit den ungarischen Wahlsiegern für ein starkes, sicheres und geeintes Europa. Glückwünsche kamen auch aus dem Vereinigten Königreich, das zwar nicht der EU angehört, aber klar und entschieden für engere Zusammenarbeit der freien Länder Europas eintritt. Großbritanniens Regierungschef Keir Starmer sprach von einem historischen Moment: nicht nur für Ungarn, sondern „für die europäische Demokratie“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief auf, gemeinsam an einem „souveräneren Europa“ zu arbeiten. Dies habe er Peter Magyar versichert. Frankreich begrüße den „Sieg der demokratischen Teilhabe“. Macron sagte, das ungarische Volk halte an den Werten der Europäischen Union fest: „Lasst uns gemeinsam ein souveräneres Europa vorantreiben – für die Sicherheit unseres Kontinents, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere Demokratie“. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot stellte fest: „Das ungarische Volk hat entschieden, einen Schlussstrich unter eine Macht zu ziehen, die sich zulasten der europäischen Souveränität in Zerschlagung des Rechtsstaates und von Grundfreiheiten sowie in Desinformation und Absprachen mit Russland verirrt hatte“. Macron und Barrot ließen freilich die Frage offen, wie sich das freie Europa wirksam schützen kann, wenn Trumpisten die transatlantische Partnerschaft weiter aushöhlen. Da ernsthafte Antworten auf diese Fragen fehlen, bleibt momentan nur der Ausweg, in den bitteren Humor fiktionaler Zukunftsentwürfe überzuwechseln. Das Ergebnis ist die folgende „HALBE-HALBE-GLOSSE“:
Geheimgespräche: Was hinter meterdick gepolsterten Türen geflüstert wurde.
Diese HALB-SATIRE MIT DOPPELTEM BODEN zum „Nuklear-Ei des Columbus" ist ein neues Format, ein literarisches Experiment, das die Sicht auf hintergründige Themen öffnet.
Autor Christoph Hein fand die richtige Tonlage, als er am 12.02.2026 uns Europäern den Rat gab, es sei "Zeit, erwachsen zu werden". Am folgenden Tag begann die Münchner Sicherheitskonferenz. Am Rande war zu hören, dass die Mehrheit der Europäer nicht mehr daran glaubt, der nukleare Schutzschirm der Amerikaner werde unserem Kontinent ausreichende Sicherheit bieten. Zu widersprüchlich sind die emotionsbefeuerten Wortspenden aus Washington. Folglich zogen sich (hier beginnt unsere utopisch angehauchte Fiktion) schlaflose Vordenker zu nächtlicher Stunde in den Münchner Rathauskeller zurück. Zwischen Bierfässern sitzend überlegten sie, wie Europa der selbstverschuldeten Unmündigkeit entrinnen könne. Die plausibelste Lösung fassten die klügsten Köpfe in einem einzigen prägnanten Begriff zusammen: "Multilaterale Europäische Sechs-Staaten-Bombe". Denn die Lage-Analyse ergibt, dass die europäischen Atommächte Großbritannien und Frankreich jeweils für sich rein nationalstaatliche Definitionen der Abschreckung festgelegt haben. Von den an den Geheimgesprächen beteiligten 30 Staaten (EU, UK plus EWR-Länder Norwegen und Island) würden 28 daher leer ausgehen. Immerhin beschlossen alle 30 Staaten, eine „Europäische Nuklear-Allianz“ (ENA) zu gründen, die zwecks Abschreckung eine europäische Atombombe bereithalten solle. Der Vertreter Estlands betonte, die baltischen Länder hätten ohnehin schon – streng geheim – erfolgreiche Vorarbeit geleistet: und zwar gemeinsam mit anderen Ostsee-Anrainerstaaten. Mit Gänsehaut sprach man von einem "nuklearen Ei des Columbus", das garantiert defensiv allein der Abschreckung diene. Klar. Die Aufsicht übernehmen jene sechs Staaten, die gemeinsame Grenzen mit Russland & Belarus haben: Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Laut "ENA-Vertrag" würden sechs Stimmen genügen, um im Namen Europas gegenüber potenziellen Aggressoren die rote Karte der nuklearen Abschreckung zu ziehen. Daher der Name „Europäische Sechs-Staaten-Bombe“ für dieses einzig mögliche rettende Schutz-Projekt für Staaten, die über keine eigenen Nuklearwaffen verfügen. Aggressor Putin, der dank eines im größten Bierfass versteckten Spions die Geheimkonferenz mitgehört hatte, beruft schnell mit seinen Kindern und Enkeln einen Familienrat ein. Nach dreiminütiger intensiver Beratung beschließt die Milliardärsfamilie Putin, kein weiteres Risiko einzugehen und ab sofort „schweren Herzens darauf zu verzichten, andere Länder anzugreifen“. An allen Fronten hört man Kirchenglocken, die totalen Waffenstillstand in ganz Europa einläuten. Die Ukraine atmet auf.
Die Trägheit der Europäer kann bewirken, dass sich die Lösung des Problems verzögert; in diesem Fall geht die Suche nach dem "nuklearen Ei des Columbus" beharrlich weiter - so lange, bis Europas Sicherheit gewährleistet ist:
Im zweiten Absatz dieser Halb-Satire verbleiben wir zunächst im Reich der Fiktionen. Rasch lassen sich Schlupflöcher und Möglichkeiten des Welthandels finden. Diskret werden Fäden gesponnen, die von der Ostsee bis zum Indus reichen. Die sechs Staaten, die am schnellsten Europas Sicherheit perfektionieren wollen, senden Sonderbotschafter mit Koffern voller Bargeld nach Pakistan und kaufen im Blitzverfahren der dortigen geldgierigen Machtelite ein paar Atombomben ab. Geheimcode „Bakschisch“. Das bürokratisch verzopfte Brüssel erstarrt in tiefer Ehrfurcht, als schon nach wenigen Tagen in Warschau verkündet wird: „Sie sind da! Wir haben sie günstig erworben: die ersten europäischen Sechs-Staaten-Bomben“. Liebhaber von Metaphern rufen, der Gordische Knoten sei durchschlagen worden, die Sicherheit Europas strahle in nervenberuhigendem Glanz.
Der dritte Absatz dieser „Halb-Satire mit doppeltem Boden“ beleuchtet durchaus ernst, ja schonungslos den zeitgeschichtlichen Hintergrund. Wir springen ins Jahr 1994. Die Sowjetunion war zerborsten. Sie hatte sich mittels Implosion 1991 freiwillig selbst aufgelöst. Nach den USA und Russland war plötzlich die Ukraine drittgrößte Atommacht der Welt. Doch die damalige Führung in Kyjiw ließ sich von den Russen und den Angelsachsen überreden, die auf ukrainischem Boden gelagerten Nuklearwaffen aus der Hand zu geben. Im „Gegenzug“ wurden Sicherheitsgarantien versprochen und hohle heilige Schwüre auf die Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen – Stand 1994 – zelebriert. Es waren durchwegs Täuschungsfloskeln und Meineide, nachzulesen im Budapester Memorandum vom 05.12.1994.
Was wäre gewesen, wenn… Eine Routinefrage. Die klare Antwort: Wenn der Präsident der Ukraine (damals Leonid Kutschma) an den Präsidenten Russlands (damals Boris Jelzin) geschrieben hätte: „Wir kennen euch. Nach dem Trinken von Wodka ist das Brechen von Verträgen das zweitgrößte Vergnügen, das Russland liebt und deshalb mit sadistischer Lust praktiziert. Sicherheitshalber lagern wir alle sowjetischen Waffen, die sich auf ukrainischem Boden befinden – insbesondere die Atombomben –, in ukrainischen Silos und Depots“. Die Folge wäre fraglos gewesen: Nicht einmal ein Hasardeur wie Putin hätte es gewagt, die Ukraine anzugreifen.
Fünfter und letzter Absatz. Die von Erfahrungen geformte Lehre der Geschichte lautet: Wer sich selbst entwaffnet, dient damit nicht dem Frieden. Vielmehr öffnet er Schleusen für Aggressoren, die leichte Beute wittern. Nur illusionsgetränkte wirklichkeitsfremde Pazifisten meinen, es genüge, statt eines Blitzableiters auf dem Dach des eigenen Hauses eine Warntafel anzubringen mit dem Imperativ:
Nie wieder Gewitter!
Europas Freiheit, Frieden und Sicherheit durch Stärke
Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit – Selbstlähmung gefährdet satte Völker – Terrorismus ist die Pest des 21. Jahrhunderts – Erst die Idee, dann die Tat – Das internetbasierte „zweite Leben“ scheinbar besiegter Terrorgruppen und die Rolle von Tyrannenstaaten – Herausforderung und Antwort: Schach dem Terror!
"Chef der deutschen Schlapphüte" war bis 13.11.2024 Thomas Haldenwang. Als Präsident der Berliner Verfassungsschutzbehörde wusste er, dass Terrorismus mitunter auch von Tyrannenstaaten organisiert wird. Entnervt und beunruhigt wandte sich Haldenwang an die breite Öffentlichkeit. Was er sagte, ist von höchster Brisanz. Die deutschen Sicherheitsbeamten warnen vor Russlands Agenten. Ein Paket, gefüllt mit Sprengstoff, war offensichtlich dafür gedacht, ein Flugzeug zum Absturz zu bringen. Der deutsche Bundesnachrichtendienst urteilt, Putin wolle „rote Linien“ des Westens austesten. Der konkrete Fall: Im Juli 2024 fing auf dem Flughafen Leipzig ein Paketcontainer Feuer – durch einen Brandsatz in einer DHL-Express-Sendung aus dem Baltikum. „Wäre das an Bord während des Fluges explodiert, es wäre zu einem Absturz gekommen“, berichtete Thomas Haldenwang am 14. Oktober 2024 vor dem Deutschen Bundestag. Gemeinsam mit den Chefs anderer Nachrichtendienste warnte er in dramatischen Worten vor Sabotage: „Wir beobachten ein aggressives Agieren der russischen Geheimdienste. Es gibt in Deutschland immer mehr Einsätze von Moskaus Agenten und ihren Handlangern. Dabei nimmt Russland Gefährdungen von Menschenleben in Kauf“. Der oder die Täter hatten es in Leipzig wohl auf die westliche Logistikbranche abgesehen, denn in Großbritannien und in Polen tauchten weitere Pakete mit Brandsätzen auf. In einem internen Behördenpapier ist von „mutmaßlich verdeckt agierenden russischen Tätern“ die Rede. Inzwischen wurde in Litauen ein Verdächtiger festgenommen, der laut Polizei für den Versand verantwortlich war. Dass es bei dem Brand in Leipzig nicht zu einer Katastrophe kam, ist einem Umstand zu verdanken, der sonst eher Ärger auslöst: das Flugzeug, in das die Sendung umgeladen werden sollte, hatte sich verspätet.
Nicht nur Russland, auch andere Staaten versuchen, ihre politischen Ziele mit Terror-Aktionen durchzusetzen. Haldenwang vor dem deutschen Parlament: „Der islamistische Terror ist zurück in Europa“. Eine Spezialität Russlands liegt jedoch in den Fernzielen seines Diktators. Putin will nicht nur die Ukraine und deren Nachbarstaaten Moldawien, Georgien und Armenien schlucken, er strebt vielmehr an, das gesamte sowjetrussische Imperium der Stalinzeit wiederherzustellen. Napoleon sagte 1813 zu Metternich kurz vor der Völkerschlacht von Leipzig: „Auch wenn es zwei Millionen Tote kostet, ich werde weiterkämpfen bis zum Sieg“. So denkt heute Putin. Dass neuerdings sogar nordkoreanische Soldaten zur Entlastung der russischen Armee in den von den Putinisten beherrschten Gebieten eingesetzt werden, zeigt eines: Die von Tyrannen regierten Länder helfen sich gegenseitig bei der Absicherung ihrer Pfründe. Für Despoten gibt es nichts Schrecklicheres als die Vorstellung, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie könnten sich durchsetzen. Im weltweiten Ringen zwischen Freiheit und Despotie ist in der gegenwärtigen Lage die Entscheidung noch offen, wer gewinnen wird. Die Putinisten drehen deshalb an allen erreichbaren Schrauben, um die freiheitsbasierten westlichen Demokratien einzuschüchtern und zu destabilisieren.
Selbstlähmung gefährdet satte Völker in einer Situation, die Friedrich Dürrenmatt bildhaft beschrieb: „Die Welt ist eine Pulverfabrik, in der das Rauchen nicht verboten ist“. Die Terrororganisation Islamischer Staat gilt heute als militärisch besiegt. Seitdem versucht sie jedoch durch eine Vielzahl kleinerer Anschläge zu beweisen, dass sie in der elektronischen Dimension des „zweites Lebens“ angelangt ist.
Dem Internet kommt wachsende Bedeutung zu. Dezentralisierung des Terrors macht es schwer, vorbereitende Handlungen zu erkennen. Selbst Extremistenorganisationen, die als besiegt gelten, finden Nachahmer über das weltweite Netz. Darunter sind Einzeltäter, die sich in Echokammern und Filterblasen des Internets in eine Art Rauschzustand („Autosuggestion“) versetzen und dabei jeder Kontrolle entgleiten. Auch der Selbstkontrolle. Wenn ihnen von verblendeten Fanatikern ideologische Scheinbegründungen für Morde geliefert werden, schlagen sie zu – aus dem Dunkel ihrer psychisch-geistigen Nacht heraus. Abwehr ist trotzdem möglich, wenn wir die besten IT-Fachleute (egal, was sie kosten) in den Dienst der europäischen Sicherheit stellen, eine gemeinsame EU-Instanz für unsere Verteidigung gegen den globalen Terrorismus schaffen und diese mit den nötigen Vollmachten ausstatten.
Das facettenreiche Internet öffnet Rechtsbrechern viele Wege und Nischen. Im „dark net“ kann man Waffen kaufen – bezahlt wird anonym mit Bitcoin – und die schönsten Anleitungen zum Bombenbauen herunterladen. Hassprediger rechtfertigen die Untaten der Sprenggürtelfreunde mit der Behauptung, diese würden ein gutes Werk vollbringen, wenn sie sich selbst in die Luft jagen und dabei möglichst viele sogenannte Ungläubige ins Jenseits expedieren. Diese mörderische Irrlehre geht auf den iranischen Revolutionsführer Khomeini zurück, dessen Machtergreifung 1979 sein privates „Gewitter im Kopf“ zu einem weltweiten Tsunami anschwellen ließ. In den Jahrhunderten vor Khomeini stimmten alle monotheistischen Religionen darin überein, dass Selbstmord eine schwere Sünde ist. Seit Khomeini meinen einige per Gehirnwäsche fanatisierte Djihadisten, die Doppelpackung „Selbstmord und Tötung von Ungläubigen“ werde von Allah begrüßt und belohnt. Auch die sunnitische Zeitschrift „Djihad“ fand Gefallen an den Gehirnblitzen des schiitischen Führers. Seither verbreitet sich der todbringende Ungeist wie ein Virus und der „Gottesstaat“ wird als satanisches Schreckensbild erkennbar.
Verbrechen entstehen im Kopf. Im Geheimen werden sie geplant. Erst die Idee, dann die Tat. Der Aufmarsch erfolgt im Untergrund. Kein Streifenpolizist hört oder sieht ihn. Vorbeugende Abwehr ist notwendig: Es ist Zeit für eine Offensive im Schattenreich der Geheimdienste. Engere europäische Zusammenarbeit aller Dienste ist erforderlich. Innere und äußere Sicherheit verschmelzen zu einer Einheit angesichts der Größe der Herausforderung. Der verdeckte schmutzige Krieg im Zeitalter globaler Bedrohungen zwingt zum Umdenken. Aus einem Guss muss die Abwehrarbeit sein: Geheimdienste, Polizei und Streitkräfte gehören im Ernstfall unter ein gemeinsames europäisches Dach. Terrorismus ist die Pest des 21. Jahrhunderts. Diese Pest ist längst in Europa angekommen. Die Koordinierung der für unsere Sicherheit zuständigen Behörden zeigt derzeit sogar innerhalb der einzelnen Mitgliedstaaten Defizite. Wer Leben retten will, wird alles daran setzen, dass sie künftig in der gesamten EU besser funktioniert. Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.
Darum ging es im Salzburger Paneuropaforum mit dem früheren österreichischen Verteidigungsminister Werner Fasslabend, der heute als Präsident des „Austria Instituts für Europa- und Sicherheitspolitik“ weiter in seinem Fachgebiet tätig ist. Werner Fasslabend erinnerte sich an seine Zeit am Theresianum, wo er – als Gymnasiast – Gelegenheit fand, paneuropäische Strategen zu erleben. Der Gründer der Paneuropa-Union hat damals verkündet, er sehe Paneuropa als Alternative zu Nationalismus und Sozialismus. Diese Aussage zitiert Werner Fasslabend gerne. Auf dem Salzburger Paneuropaforum sagte Werner Fasslabend unter anderem, China habe eine klare Strategie, während Europa keine habe. Dies müsse sich ändern. Durch den Aufstieg Chinas sei „für die USA Europa an den Rand des Interesses gerückt“. Die EU könne nicht mehr davon ausgehen, dass der amerikanische Schutzschirm groß genug für beide Kontinente bleiben werde. Wir Europäer müssten vielmehr einsehen, dass die Sicherung unserer eigenen Freiheit primär eine europäische Aufgabe ist.
Zweiter Redner auf diesem Salzburger Paneuropaforum war der deutsche Nato-General Johann Berger, der über seine gute Zusammenarbeit mit den österreichischen Soldaten in Sarajevo berichtete. Berger war nach seiner Zeit als Chef der Gebirgsjäger ins Wehrbereichskommando München berufen worden und anschließend zum „George C. Marshall Europäisches Zentrum für Sicherheitsstudien“ in Garmisch-Partenkirchen gewechselt. Er verfügt über alle brandheißen Informationen zum Cyberkrieg im Internet, zu „hybriden Bereichen“ wie als Waffe eingesetzte Massenimmigration – sowie zum internationalen Terrorismus. Wie Werner Fasslabend stellte auch General Johann Berger fest, eine intensivere europäische Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich sei dringend notwendig, um unsere Freiheit nachhaltig zu schützen.
Als viel zu teuer und kontraproduktiv bezeichneten beide Redner die rein nationalen Rüstungsprogramme. Allein schon die komplizierte und unnötig kostspielige Ersatzteilbeschaffung zeige die enormen Schwächen des bisherigen Weges. Zahlreiche Typen gepanzerter Fahrzeuge in der EU sei teurer Luxus. Wir müssten aus dieser Sackgasse herausfinden und „einen gemeinsamen EU-Rüstungsmarkt schaffen“.
Der paneuropäisch denkende Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer steuerte einen schriftlichen Beitrag zum Diskurs auf dem Paneuropaforum bei: „Die globalstrategischen Entwicklungen haben in den letzten Jahren zu einer nachhaltigen Veränderung der internationalen Ordnung mit hoher Relevanz für Europa und Österreich geführt. Dazu zählen globale Treiber wie der Klimawandel und dessen sicherheitspolitische Folgen, demografische Entwicklungen, Ressourcenknappheit, wirtschaftliche Dynamiken sowie Veränderungen durch neue, disruptive Technologien. Das internationale politische System ist von Multipolarität mit Rivalität und Konflikten zwischen globalen und regionalen Mächten gekennzeichnet. Darüber hinaus gewinnen nichtstaatliche Akteure zunehmend an Bedeutung. Als Ergebnis daraus sind internationale Organisationen mehr denn je gefordert, auf geänderte Rahmenbedingungen zu reagieren und weiterhin für Sicherheit und Stabilität zu sorgen. Für Europa und somit auch für Österreich bleibt die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU der vorrangige sicherheitspolitische Handlungsrahmen. Deshalb ist es wichtig, die Initiativen der EU in diesem Kontext glaubwürdig voranzutreiben und aktiv mitzugestalten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen informativen Abend über die Sicherheit und die zukünftige Rolle Europas sowie einen konstruktiven Gedankenaustausch.“
Dieser Ideenaustausch fand sowohl im Anschluss an die Referate der Hauptredner wie in Diskussionen an den folgenden Tagen statt. Erinnert wurde dabei an die Analysen des langjährigen Chefs der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed El Baradei. Dieser Kenner der Materie hatte nach den Angriffen auf das World Trade Center vor weiteren Dimensionen der Eskalation gewarnt: „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um dem neuen Phänomen namens nuklearem Terrorismus zu begegnen“. Die Verhinderung eines möglichen Anschlags mit nuklearem Material drohe zu einem Wettlauf gegen die Zeit zu werden. Tatsächlich werden Mordinstrumente aller Art auf dem Schwarzmarkt feilgeboten. Daran beteiligen sich laut Mohammed El Baradei „geschäftstüchtige Nuklearexperten, skrupellose Firmen und womöglich Staatsorgane in Osteuropa und in Entwicklungsländern“.
Mit Blick auf solche Szenarien befasste sich der einst von Ungarn in die USA emigrierte Kernphysiker Edward Teller jahrzehntelang mit dem Thema Raketenabwehr. „Ein Schild ist besser als ein Schwert“, betonte er. Denn die alte Strategie der gegenseitigen Abschreckung habe stets vorausgesetzt, dass der Gegner rational denkt und von richtigen Lagebeurteilungen ausgeht. Im „Kalten Krieg“, als es bei gegenseitigen Drohgebärden blieb, habe dies funktioniert. Seit dem Zerbersten der Sowjetunion aber seien neue Machtzentren entstanden, in denen möglicherweise irrational entschieden werde. Darauf müsse sich der Westen mit neuen Strategien einstellen.
Weltfrieden durch modernste Technik: Als der österreichisch-ungarisch-amerikanische Atomphysiker Edward Teller (von seinen Gegnern einengend als „Vater der Wasserstoffbombe“ etikettiert) neunzig Jahre alt wurde, empfing er drei Salzburger Paneuropäer in seinem Privathaus in der Gerona Road im kalifornischen Stanford. Er nahm sich Zeit für stundenlange Gespräche, in denen er seine Vision für ein künftiges Weltsicherheitssystem darlegte. Beiläufig erwähnte er, dass er mehrmals in der Woche von einem Dienstwagen der Hoover Institution abgeholt und nach mehrstündiger Arbeit im Institut wieder nach Hause gebracht werde; auch im 91. Lebensjahr dachte er noch nicht an Ruhestand. Denn er wollte seine Idee zur Sicherung des Weltfriedens verwirklichen. Das Genie Edward Teller ahnte vermutlich schon damals, dass sich mit einem künftigen Quantencomputer fantastische Möglichkeiten der Leistungssteigerung bei Rechnern ergeben würden. Die Menschheit solle dann ein weltraumgestütztes System zur Raketenabwehr entwickeln – unter Einsatz von neuen (erst noch zu erfindenden) Strahlenwaffen –, das eine computergesteuerte automatische Zerstörung von Raketen ermögliche. Begleitend sollten internationale „Raketenmeldestellen“ eingerichtet werden. Jeder geplante Start einer Rakete für friedliche Zwecke müsste dort zeitgerecht registriert werden; und jeder unregistrierte Start sollte dann die „automatische Vernichtung aller nicht identifizierten Raketen“ auslösen. Heute noch futuristisch anmutende Hochleistungs-Quantencomputer wären die Herzstücke dieses neuen Systems, das unseren Planeten – und damit unser aller Zukunft – vor Überraschungen nachhaltig schützen könnte. Dynamische Vordenker wie den kreativen und innovationsfreudigen Edward Teller braucht die Menschheit, wenngleich es wohl noch einige Jahre dauern wird, ehe der hier skizzierte Masterplan technisch und politisch realisiert wird. Bis dahin müssen wir mit Unwägbarkeiten leben. Und mit der Hoffnung, dass im zweiten Viertel unseres Jahrhunderts (bis 2050) zwei große technologische Durchbrüche gelingen: hin zu Kernfusionsreaktoren zwecks Lösung der Energieprobleme der Menschheit; sowie zu perfekten Drohnen- und Raketenabwehrsystemen mit Hilfe aller neuen Einsatzmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz. Der Quantencomputer wird dabei wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielen und auch bei der Terrorabwehr hilfreich sein.
In Sachen Terrorabwehr sind uns die Amerikaner einige Schritte voraus. Sie verschließen nicht die Augen (wie viele Europäer), sondern tun, was notwendig ist. Natürlich wissen sie, dass – im Weltmaßstab gesehen – die fanatischen extremistischen Djihadisten unter den Muslimen eine kleine Minderheit sind. Daher blicken die USA optimistisch in die Zukunft und kooperieren erfolgreich mit muslimischen Ländern bei Schutzmaßnahmen gegen diese „toxische Minorität“, die im Grunde den Islam missbraucht, um ihre bluttriefende Inhumanität zu rechtfertigen.
Die Menschen in den USA rechnen mit allem. Abwehr gehört zum Alltag. Aus dem Krieg gegen den Terror geht Amerika am Ende gestärkt hervor. Das Gegenmodell findet sich in der Literatur: in Joachim Fernaus Buch „Caesar lässt grüßen“ heißt es, das Römische Reich sei am Schluss „nicht in einer Kurve verunglückt“, sondern schlicht verfault. Die Amerikaner lernen aus der Geschichte. Sie wissen: Die Bedrohung durch Terroristen ist todernst. Gegenwehr kann nur gemeinsam erfolgen. Die westliche Zivilisation verfügt über die Mittel zur Verteidigung. Ihr europäischer Teil braucht freilich – aus der Sicht Washingtons – noch eine geistige Wurzelbehandlung, um den gleichen Härtegrad wie der amerikanische zu erlangen.
Die Feuerbälle, die aus dem World Trade Center schossen, wirken im Rückblick wie ein Gluthauch der Geschichte, der den Westen davor bewahrt, es den alten Römern gleichzutun und durch Muskelschwund wehrlos zu werden. Lethargie lähmt satte Völker. Die Bedrohung unserer Sicherheit schärft auch bei uns Europäern das Bewusstsein, dass Frieden nur durch Stärke nachhaltig zu sichern ist. Eine versöhnliche Zukunftsperspektive sieht Minister und Nationalratspräsident a.D. Werner Fasslabend: Russland könnte zu einem "zweiten Kanada" werden, wenn es - wie die anderen früheren Kolonialmächte - Expansionismus und Imperialismus ins Museum verfrachtet.